Warum sollte ich keine Trockenfuttermischungen aus dem Supermarkt an meine Kaninchen verfüttern?
Das Problem der meisten Futtermischungen aus dem Zoofachhandel oder aus dem Supermarkt ist, dass sie getreidehaltig und damit dauerhaft schädlich für die Tiere sind. In freier Natur würden Kaninchen niemals Honig, gemahltes Getreide, zuckerhaltige oder gefärbte Nahrung zu sich nehmen. Ihr empfindliches Verdauungssystem kann diese Stoffe nicht vertragen und auch wenn die Kaninchen nicht sofort tot umfallen, schädigt das ihren empfindlichen Körper enorm.
Weiteres unter:
Getreidehaltige Futtermischungen
Warum ist selbst der größte handelsübliche Käfig nicht ausreichend?
Jedes Kaninchen braucht mindestens in der Innenhaltung 2m², in der Außenhaltung 3m² auf einer Ebene plus zusätzlichem Auslauf.
Der natürliche Bewegungsdrang der Tiere kann nicht durch ein paar Stunden Auslauf tagsüber gestillt
werden. Zumal sie dämmerungs- und nachtaktiv sind und sie somit einen Auslauf am Nachmittag nicht
recht genießen können. Bietet man seinen Tieren nicht diesen dauerhaften Platz an, verkümmern die
Gelenke und Muskeln, sie werden träge und leiden an Übergewicht, der wiederum schnell zu ernsthaften
Herzproblemen oder zum Tod führen kann. Mal ganz abgesehen von den Verhaltensstörungen (z. B. Gitternagen).
Allgemeines zur Haltung
Warum ist die Zusammensetzung eines Kaninchens und eines Meerschweinchens nicht artgerecht, wenn sie doch immer zusammen kuscheln?
Ein Kaninchen und ein Meerschweinchen ergeben eine Zweckgemeinschaft, sie haben keine andere Wahl, als sich mit dem zu arrangieren was ihnen gegeben wird. Viele Untersuchungen haben ergeben, wenn ein Kaninchen die Wahl zwischen einem anderen Kaninchen und einem Meerschweinchen hat, wählt es immer das andere Kaninchen. Bei ihm findet es einen Partner, der ihn versteht und der den gleichen Biorhythmus wie er selbst hat. Zwinge deine Tiere nie zu dieser Zwangsgemeinschaft! So können beide niemals wirklich glücklich werden.
Siehe weiter:
Kaninchen mit Meerschweinchen
Warum muss man Kaninchen vergesellschaften und kann sie nicht so zusammen setzen?
Kaninchen haben untereinander eine strenge Hierarchie, nur so funktioniert ihr komplexes Sozialverhalten. Setzt man nun ein fremdes Kaninchen zu einem anderen, wird dieser sein Revier verteidigen. Nimmt der Eindringling nicht Reißaus, kann er sogar zu Tode gebissen werden. Im Welpenalter ist dies noch kein Problem, doch sind die Tiere erstmal erwachsen, ist es wichtig, einen neutralen Raum für eine Vergesellschaftung zu finden. Mit einem neutralen Raum, ist ein Platz gemeint, wo noch kein Kaninchen Revieransprüche stellen kann, sich also noch kein Kaninchen aufgehalten hat.
Siehe weiter: Kaninchen mit anderen Kaninchen - Vergesellschaftung
Warum kosten Tiere aus dem Tierheim oder aus Pflegestellen Geld? Ich tue doch was Gutes.
Ja, du tust wirklich was Gutes, denn auch wenn viele Leute denken, in Tierheimen / Pflegestellen warten nur kranke oder verhaltensgestörte Kaninchen, sind die meisten kerngesund, jung und zutraulich. Die meisten Tiere landen dort, da sie „lästig“ geworden sind oder sich die Umstände geändert haben. Selbst kranke oder verhaltensgestörte Kaninchen sind liebenswert und sind erst durch menschliches Versagen zu dem geworden, was sie sind. Z. B. Zahnfehlstellungen entstehen durch Überzüchtungen oder Hobbyzüchtern, die nicht wirklich wissen was sie tun oder durch die falsche Ernährung. Jahrelang allein gehaltene oder misshandelte Tiere können verhaltensgestört werden und warten nun im Tierheim / in der Pflegestelle auf eine liebe Familie, die es gut mit ihnen meint. Schau dich einfach mal um und unterstütze keine Zoofachhandlungen, denen es egal ist, wohin die Tiere kommen oder wie es ihnen dort ergeht.
Da die Kaninchen bei der Vermittlung bereits geimpft und die Männchen kastriert sind, muss eine Gebühr erhoben werden. In der Regel kosten sie dennoch soviel wie ihre unkastrierten und ungeimpften Kollegen aus der Zoofachhandlung oder vom Züchter.
Eine Schutzgebühr und ein Schutzvertrag werden meist auch verlangt, um keine Spontankäufe zu veranlassen.
Der Vertrag dient zum Schutz des Vermittlungstieres. Sollte die Schutzgebühr nicht erschwinglich sein,
sollte man sich überlegen, ob man wirklich ein kaninchenlebenlang Tierarzt- und Futterkosten finanzieren kann.
Siehe weiter: Woher bekommt man Kaninchen und worauf muss man achten?
Kann mein Kind mit unseren Kaninchen kuscheln oder gibt es gesundheitliche Risiken?
Es gibt aus gesundheitlicher Sicht kein Problem, auch wenn das Tier über das Gesicht des Kindes leckt. Allerdings sollten die Kinder vor dem Essen sich gründlich die Hände waschen und beide, sowohl die Kaninchen als auch die Kinder regelmäßig geimpft werden.
Siehe weiter: Kaninchen mit Kindern und Gesundheit
Warum werden Kaninchen im Tierheim / in den Pflegestellen sofort kastriert?
Zuchten oder „Unfälle“ sollten nicht unterstützt werden, da so viele liebenswerte
Kaninchen auf ein neues Zuhause warten. Unkastrierte männliche Kaninchen bekämpfen sich, manchmal
auch bis zum Tod. Sie sind ständig durch die Hormone gestresst und leben dadurch längst nicht so
lange. Nur kastriert haben sie die Chance auf ein artgerechtes Leben.
Siehe weiter: Kastration von männlichen Kaninchen
Ich möchte einmal Nachwuchs bei meinen Kaninchen haben. Warum wird mir davon abgeraten?
Die meisten Menschen, die einmal Nachwuchs haben möchten, kennen sich kaum bis gar nicht mit der Vererbungslehre aus. Es können Missbildungen entstehen oder kranke Tiere geben den Erreger weiter. Überall platzen die Tierheime aus allen Nähten und diese Hobbyzuchten erleichtern die Situation nicht im Geringsten. Sind die Elterntiere zu jung, wissen sie oft nicht, was sie mit ihrem Nachwuchs anstellen sollen. Das bedeutet für dich Handaufzucht: Spezialmilch besorgen und jede drei Stunden (auch nachts!) füttern. Diese Prozedur überleben die wenigsten Babys. Mach dich nicht schuldig, in dem du durch einen eigentlich egoistischen Wunsch, Kaninchenleben auf dem Gewissen hast.
Siehe weiter: Nachwuchs
Warum dauert die Vermittlung manchmal so lange?
Vor der Vermittlung müssen die Tiere untersucht, ggf. behandelt, geimpft und die Männchen kastriert werden.
Zudem steht oft noch eine Futterumstellung an. Auch nach der Kastration sind die Männchen noch 6 Wochen
zeugungsfähig. Diese Zeit muss abgewartet werden, um nicht eines Morgens Nachwuchs aufzufinden.
Des weiteren wird eine Vorkontrolle bei dem zukünftigen Halter durchgeführt, das heißt, es wird
nachgeschaut, wie die Kaninchen dort leben würden. Es ist uns nämlich nicht egal, wie es den Tiere ergeht,
sondern versuchen alles um den perfekten Ort zu finden.