Mehr über Kathi

„Ausschwitz fängt da an, wo einer steht und denkt, es sind ja nur Tiere!“ (Theodor W. Adorno)

Hallo Kaninchenfans! Ich bin Katharina (Kathi) und wohne mit meinen mittlerweile nur noch 3 Kaninchen im wunderschönen Oldenburg in Niedersachen.

Vor 26 Jahren…
zog mein erstes Kaninchen Larry bei mir ein. Ohne Internet waren wir auf einen Ratgeber angewiesen und um nur das Beste für das Haustier zu ermöglichen, hielten wir uns an die dort geschriebenen Anweisungen: Einzelhaltung, Käfighaltung und Trockenfutter. So fristete er sein Leben in meinem Kinderzimmer. Larry wurde nur 7 Jahre alt und glücklich war er mit Sicherheit nicht.

Die nächsten Kaninchen, die einzogen, waren immerhin nicht allein. Jenny und Max bekamen mehr Auslauf, allerdings starb Max mit 3 Jahren. Die Möglichkeit einer Vergesellschaftung kannte ich damals nicht und so lebte Jenny viele Jahre allein.

Jenny

Vor 10 Jahren…
las ich zufällig ein Kaninchenbuch in dem stand, dass Kaninchen mehr Platz benötigen, als den üblichen Käfig und dass man Kaninchen niemals allein halten durfte. Ich war geschockt. Was hatte ich meiner kleinen Jenny all die Jahre angetan? Ich wollte doch immer nur das Beste für sie, aber anscheinend war es der falsche Weg. Noch am gleichen Abend baute ich mein Regal auseinander und erschuf ein großes Gehege. Anschließend suchte ich nach einem passenden Partner und stellte das Futter um. Ich befürchtete, dass es vielen anderen Kaninchenhaltern ähnlich ging und sie aufgrund fehlender Informationen ihre Kaninchen nicht artgerecht hielten. Damit verschrieb ich mich dem Tierschutz und während ich mein Wissen stetig ausbaute, beriet ich andere Kaninchenhalter. Zunächst über andere Kaninchenschutz-Vereine, 2010 gründete ich Möhren sind orange.

In den letzten 26 Jahren hatte ich über 100 (eigene und Pflege-) Kaninchen und so ziemlich jede Haltungsform. Anfänglich, wie beschrieben, hatte ich die Käfighaltung, anschließend das Innengehege. Mit 5 Kaninchen wurde dies jedoch auch zu klein, sodass ich bald ein Kaninchenzimmer einrichtete. Als mehr Kaninchen einzogen, baute ich ein Kaninchengehege im Garten, später mit Freilandhaltung. Als ich umzog erfüllte ich mir einen großen Traum und baute ein 60qm-Außengehege für meine damalige 10er-Gruppe, Pflegetiere waren auf dem Balkon und nach einem erneuten Umzug entstand mein drittes Außengehege.

Dann kam der Tag, an dem alle Kaninchen krank wurden. Zunächst Kaninchenschnupfen und infolge dessen sämtliche andere Krankheiten, die bisher vom Immunsystem erfolgreich vor dem Ausbruch gehindert wurden, u.a. EC und Syphilis. Dazu kamen angeborene Herz- und Nierenprobleme oder Alterserscheinungen wie Arthrose und Zahnprobleme.

Seit dem Ausbruch der Krankheiten zogen keine eigenen neuen Kaninchen mehr ein, sodass ich mittlerweile nur noch 3 Kaninchen habe. Verglichen mit einer Kaninchenanzahl von 16 zur gleichen Zeit als höchster „Bestand“ ist das schon ungewöhnlich wenig für mich.

Nichtsdestotrotz habe ich das Wesen der Kaninchen immer geliebt und kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Sie sehen aus wie Plüschtiere, haben es aber faustdick hinter den Ohren. Sie bringen mich jeden Tag zum Lachen und waren immer für mich da.

Europa und ich

Am liebsten würde ich hier all meine Kaninchen, die bisher bei mir gelebt haben, vorstellen. Jedes von ihnen war so einzigartig und etwas ganz Besonderes… Dies würde jedoch den Rahmen sprengen, daher nur kurz die Vorstellung meiner 3 Kaninchen:

Kosinus, männlich, 7 Jahre, aufgeweckt, unglaublich neugierig und der Clown der Truppe.

Kosinus

Europa, weiblich, 11 Jahre, früher dominant (trotz Kastration) bis in die letzten Haarspitzen, heute ruhig, zerbrechlich und kuschelbedürftig.

Europa

Galatea, weiblich, 6 Jahre, früher höchst ängstlich und aggressiv (aufgrund vorheriger schlechter Haltung als Schlachtkaninchen), heute liebevoll und unglaublich kuschelbedürftig.

Galatea

Was ich mit meiner Vorstellung vor allem zum Ausdruck bringen möchte: Die wenigsten Kaninchenhalter haben von Anfang an alles richtiggemacht. Aber es gibt immer die Möglichkeit, das Leben der eigenen Haustiere zu verbessern. Man darf nicht vergessen, dass wir sie zu uns geholt haben (und nicht umgekehrt) und daher für ihr Glück verantwortlich sind. Die Befriedigung der Grundbedürfnisse wie einen Partner, genug Platz, tierärztliche Versorgung, Beschäftigung und gesunde Ernährung sind dabei das absolute Minimum.

Ich weiß, wie schwer es sein kann, Kaninchen artgerecht zu halten. Ich weiß, wie teuer Kaninchen sein können und ich weiß, dass sie einem den letzten Nerv rauben können. Aber: Es lohnt sich! 

Meropé-Fleur und ich

Abschließend noch ein paar Impressionen. ❤