Das Kaninchenzimmer
Den Kaninchen ein eigenes Zimmer zur Verfügung zu stellen ist eine gut geeignete Form der Innenhaltung, die gleich mehrere Vorteile bietet. So kann man das Zimmer ganz nach den Bedürfnissen der Tiere, hygienisch und kaninchensicher gestalten. Insbesondere für Kaninchen mit einem ausgeprägten Zerstörungsdrang oder solche, die nur bedingt stubenrein sind, kann das Kaninchenzimmer eine gute Alternative zur freien Wohnungshaltung sein.
Bei der Gestaltung des Zimmers sollte man einiges bedenken. Hier möchten wir euch einige Hinweise geben.
Größe und Standort
Kaninchen benötigen mindestens drei Quadratmeter Platz pro Tier auf einer Ebene (bei zwei Tieren bedeutet dies entsprechend, dass die Mindestgröße des Raumes sechs Quadratmeter ist). Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass es sich hierbei um Mindestmaße handelt. Wenn es möglich ist, den Tieren mehr Platz zur Verfügung zu stellen ist dies in jedem Falle vorzuziehen. Sollten bei zwei Tieren nur sechs Quadratmeter möglich sein, so muss diesen unbedingt mehrere Stunden täglich zusätzlicher Auslauf gewährt werden.
Bei der Auswahl des Raumes sollte bedacht werden, dass
- sich dieser gut lüften lässt,
- genügend direktes Sonnenlicht (mind. zehn Minuten täglich ohne Fensterglas dazwischen) einfallen kann oder eine UVB-Lampe zur Bildung von Vitamin D eingesetzt wird,
- er sich nicht überhitzt (z. B. Dachboden) oder er entsprechend klimatisiert ist,
- sich die Kaninchen zurückziehen können, wenn sie es möchten und zugleich Anteil am Leben ihrer Menschen haben können (z. B. durch regelmäßigen Auslauf, durch Interaktion mit den Menschen oder ein Gitter an der Tür durch welches sie beobachten können).
Untergrund
Bei der Wahl des Bodenbelags sollte berücksichtigt werden, dass sich dieser hygienisch reinigen lässt und zugleich gut für die empfindlichen Pfoten der Kaninchen geeignet ist.
Sehr gut geeignet ist ein pflegeleichter, rauer PVC-Boden, auf dem die Tiere nicht rutschen und den man ggf. auch über den bereits vorhandenen Boden (sofern dieser ungeeignet ist) legen kann. Zum Darüberlegen eignen sich waschbare Teppiche aus 100% Baumwolle. Kunstfaser sollte vermieden werden, da dies zu wunden Läufen (Pododermatitis) führen kann. Insbesondere dort, wo sich die Kaninchen häufig aufhalten (z. B. Schlafplätze) sollten sie möglichst weich sitzen, so dass die Hinterpfoten gut einsinken können. Hier eignen sich Baumwolltücher mit Fleece-Decken darunter oder auch die sogenannten Pipi-Pads, die speziell für Kaninchen und Meerschweinchen entwickelt wurden und die man auch alternativ zur Einstreu in den Toiletten nutzen kann. Dabei handelt es sich um besonders saugfähige, weiche und waschbare Unterlagen, welche man im Handel erwerben oder auch selbst nähen kann. Genau wie abwechslungsreich gestaltete, wechselnde Untergründe schützt eine solche weiche Liegefläche auf den Schlafplätzen der Kaninchen vor wunden Läufen.
Toiletten
Als Toiletten eignen sich u. a. größere Kotwannen, große Katzentoiletten, Käfigunterschalen oder flache und breite Kisten (z. B. aus der „Samla“-Box Reihe von Ikea). Alternativ kann auch ein handelsüblicher Käfig verwendet werden, der immer offensteht. Ein Handtuch oder eine Weidenbrücke sollte in den Eingang gelegt werden, falls die Tür drinbleibt, damit die Kaninchen nicht in den Gitterstäben hängen bleiben. Bestenfalls wird die kleine Tür direkt entfernt. Bleibt das Gitteroberteil auf dem Käfig, sollte auch hier ein Teppich oder Brett daraufgelegt werden. Anderenfalls können sich die Kaninchen leicht verletzen, wenn sie darauf springen und mit ihren Füßen zwischen die Gitterstäbe rutschen. Gleichzeitig haben sie so einen erhöhten Schlafplatz und einen verstärkten Höhleneffekt im Käfig.
Sicherheit
Ein besonderes Augenmerk sollte man darauflegen, das Zimmer kaninchensicher zu gestalten. Alle Steckdosen müssen mit Kindersicherungen abgesichert werden. Sollten die Kaninchen die Tapeten anknabbern (was häufig vorkommt), sollte man diese entsprechend schützen. Hierzu eignet sich u. a. Plexiglas, Folie, Gitterlemente, dünnes Holz oder „Songmic“-Elemente (ein Regal, dessen Elemente für diesen Zweck gut umfunktioniert werden können) etc. geschützt werden. Der PVC sollte außerdem unbedingt so verlegt sein, dass die Kaninchen den Rand nicht anknabbern können (z. B. durch einen Schutz mit Fußleisten). Sollten die Kaninchen die Teppiche/Stoffe im Zimmer anknabbern und die Stücke herunterschlucken, sollten hier unbedingt Alternativen verwendet werden, ansonsten besteht die Gefahr einer Verstopfung.
Weitere Hinweise zu möglichen Gefahren im Zimmer und im Haus findet ihr hier: Gefahren im Haus.
Einrichtung und Beschäftigung
Das Zimmer sollte so eingerichtet sein, dass es den vielfältigen Bedürfnissen der Kaninchen Rechnung trägt.
Kaninchen:
- brauchen Möglichkeiten sich zu verstecken und zurückzuziehen
(Unterschlüpfe mit mindestens zwei Eingängen)
- lieben es zu Buddeln
(Buddelkisten)
- verschaffen sich gerne einen Überblick über ihr Revier
(erhöhte Aussichtsplätze und mehrere Ebenen)
- nagen und knabbern
(Knabbermaterial wie Stroh, Heu und Zweige)
- möchten Erkunden und Spielen
(z. B. mit in Tunnelsystemen)
Eine gute Einrichtung bietet also zugleich zahlreiche Möglichkeiten der Beschäftigung für die Tiere.
Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an Online-Händler*innen, die sich auf Kaninchenmöbel spezialisiert haben (z. B. www.kaninchenbude.de). Darüber hinaus gibt es außerdem die Möglichkeit selbst kreativ und handwerklich tätig zu werden oder Gegenstände/Möbel zweckzuentfremden, wobei man z. B. bei Ikea gut fündig werden kann.
Beispiele
Um euch Anregungen für die Gestaltung zu geben, haben wir euch eine Sammlung an Beispielzimmern zusammengestellt. Über weitere Fotos freuen wir uns sehr! Bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Kaninchenzimmer“ an miriam@moehren-sind-orange.de senden.
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