Abstract
Kotuntersuchungen gehören zu den Routineuntersuchungen bei Kaninchen und fast jede*r Kaninchenhalter*in hatte schon einmal damit zu tun. Es gibt verschiedene Formen der Untersuchung: das direkte Nativpräparat, die Flotationsmethode und die mikrobiologische Untersuchung. Durchgeführt werden sie durch eine*n Tierarzt*in oder über externe Labore wie zum Beispiel das vetermedizinische Labor Exomed GmbH.
Allgemeines
Verdauungsstörungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen beim Kaninchen. Deshalb sollten Kotuntersuchungen bei der alltäglichen Routinediagnostik immer auf dem Plan stehen. Bei Symptomen wie Durchfall, Aufgasungen, Verstopfungen oder verändertem Kot sind Darmparasiten eine mögliche Ursache. Aber auch wenn keine Symptome vorliegen, sollte der Kot regelmäßig präventiv untersucht werden, denn keine Symptome bedeuten nicht automatisch keinen Befall! Insbesondere vor den regelmäßigen Impfungen ist eine Kotuntersuchung sehr wichtig, da Darmparasiten die Wirkung einer Impfung immens abschwächen können. Aber wie funktioniert eine Kotuntersuchung überhaupt?
Kotuntersuchung durchführen lassen
Für eine aussagekräftige Untersuchung müssen über mindestens drei Tage möglichst verschiedene Köttel gesammelt werden. (Ausnahme ist eine bakteriologische Untersuchung, hier sollte der Kot so frisch wie möglich sein.) Am besten lässt man Kotuntersuchungen bei einem auf Heimtiere spezialisierte*n Tierarzt*in durchführen. Hier kann man sich auch beraten und zeigen lassen, was genau durchgeführt wird und warum. Heutzutage gibt es aber auch die Möglichkeit, die Kotprobe extern, beispielsweise bei der Exomed GmbH, selbst ins Labor zu schicken und dort untersuchen zu lassen. Dazu bestellt man auf der Webseite das entsprechende Testkit, das das notwendige Zubehör und eine ausführliche Anleitung enthält. Jede*r Halter*in muss anhand des Problems, das sein Kaninchen hat, und seines Wissensstandes selbst entscheiden, was die beste Möglichkeit ist.

Untersuchungsarten
- Direktes Nativpräparat
Bei einem direkten Nativpräparat wird eine geringe Menge Kot mit Kochsalzlösung zusammen gemischt und unter dem Mikroskop betrachtet. So sind große Mengen Hefen oder Kokzidien sofort erkennbar.
- Flotationsmethode
Außerdem findet die Flotationsmethode Anwendung bei der Anreicherung von Wurmeiern und/oder Oozysten von Kokzidien in einer Sammelkotprobe – denn nicht mit jedem Köttel werden diese Indizien zwangsläufig mit ausgeschieden. Auch sollte immer ein Tesafilm-Abklatschpräparat direkt vom Anus angefertigt werden, da bestimmte Parasitenarten vor allem dort sitzen.
- Sedimentationsverfahren
Bei der Sedimentation lagern sich nach mehrmaligem Aufschwemmen in Wasser Parasitenstadien mit hoher Dichte in leichterer Lösung im Sediment ab. Sie sinken also quasi zu Boden, weshalb sie dann erkannt werden können.
Mit dieser Untersuchungsmethode können beim Kaninchen sehr gut Trematodeneier nachgewiesen werden. Zum Teil gelingt auch der Nachweis von Nematodeneiern, allerdings funktioniert hier die Flotation aufgrund der höheren Sensitivität noch besser.
- Mikrobiologische Untersuchung
Bei der mikrobiologischen Untersuchung handelt es sich um ein eigenes, sehr weit gestreutes Feld mit zahlreichen biochemischen und makroskopischen Untersuchungen, das hier nur grob angerissen wird. Eine mikrobiologische Untersuchung im Labor ist beim Kaninchen v. a. bei sehr starken oder chronischen Durchfällen angebracht, aber auch bei Abstrichen, beispielsweise von der Nase. Hierbei wird das Untersuchungsmaterial zunächst auf Nährböden aufgetragen, um die Bakterien zu vermehren, um anschließend Untersuchungen mit ihnen durchführen zu können. Nahezu jeder Keim betreibt individuell einen etwas anderen Stoffwechsel, was sich anhand bestimmter Reaktionen erkennen lässt. Auf diese Weise ist die Abgrenzung von anderen Krankheitserregern möglich und es kann mit einem spezifisch gegen diesen Keim gerichteten Antibiotikum therapiert werden – denn viele Keime zeigen Resistenzen gegen einige Antibiotika, weshalb diese unter Umständen keine Wirkung zeigen. Falls es also dem Kaninchen trotz Antibiotika-Gabe die ganze Zeit über nicht besser ging, könnte das der Grund dafür sein.
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