Knochen, Muskeln und Besonderheit der Blutgefäße

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Im Vergleich zu ihrer Bemuskelung haben Kaninchen nur ein sehr schwach ausgeprägtes Skelett, welches nur etwa 6% der Körpermasse ausmacht. Die Bemuskelung dagegen trägt ca. 56% zum Körpergewicht bei, wobei es hier natürlich auch große Rasseunterschiede gibt.

Kaninchen haben an den Vorderpfoten 5 und an den Hinterpfoten 4 Zehen, wobei die Daumenkralle an den Vordergliedmaßen etwas erhöht und versteckt im Vergleich zu den anderen liegt. Wie jedes Säugetier haben sie 7 Halswirbel, außerdem 12-13 Brust-, 7 Lenden-, 4 Kreuzbein- und 16 kleine Schwanzwirbel, wobei die Lendenwirbel lange Querfortsätze aufweisen. Die ersten 7-8 Rippen sind fest mit dem Brustbein verankert, die restlichen liegen frei. Am Schulterblatt sitzt ein sehr kleines zurückgebildetes Schlüsselbein. Das Vorderfußwurzelgelenk besteht aus 2 Reihen mit je 4 und 5 beteiligten Knochen. Die 5 Zehen der Vorderbeine sind jeweils in 3 Teile gegliedert, mit Ausnahme der ersten Zehe, der Daumenkralle, die nur aus 2 Knochenanteilen besteht. Der Unterschenkel der Hinterbeine setzt sich normalerweise aus 2 Knochen, der Tibia und der Fibula, zusammen. Diese sind beim Kaninchen größtenteils miteinander verschmolzen. Das Hinterfußwurzelgelenk (=Sprunggelenk) besteht aus 3 Reihen, mit jeweils 2, 1 und 3 Knochen pro Reihe. Wie am Vorderbein auch bestehen die 4 Zehen aus jeweils 3 Knochenanteilen.

Kaninchen haben eine sehr stark ausgeprägte Hinterbeinmuskulatur mit einer starken Winkelung der Gelenke. Gerade in Panik, wenn sie irgendwo festhängen, man sie hochnimmt oder versucht, die Hinterbeine festzuhalten, können sie beim Versuch sich zu befreien durch die großen Krafteinwirkungen, die die Kaninchen selbst aufbringen, die Knochen leicht brechen. Daher sollte es selbsterklärend sein, wieso eine Leine höchst ungeeignet und gefährlich für Kaninchen ist und sie beim Hochnehmen immer auch unterstützend am Po stabilisiert werden sollten.

Kaninchen haben einen sehr ausgeprägten Geruchsinn, Gehörsinn und ein gutes Sehvermögen, allerdings haben sie kein sogenanntes Tapetum lucidum, wörtl. „leuchtender Teppich“ auf der Netzhaut hinten im Auge, die einfallendes Licht reflektiert vgl. einem Scheinwerfer, wie sie bei anderen Säugetieren vorliegt (Ausnahme Schwein und Primaten). Dafür haben sie direkt hinter den Augen sehr große Blutgefäßansammlungen und Erweiterungen. Diese Venenplexus sind auch der Grund dafür, dass es bei Stress, also einem Bluthochdruck oder auch bei Herzproblemen zu einem Blutrückstau an den Augen kommt und diese dadurch nach außen gedrückt werden können.


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