Zwangsfüttern

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Nach Operationen oder durch Krankheit kann es notwendig sein, das Kaninchen mit Zwangsfütterungen zu ernähren, da es zum kurz- aber auch langfristigen Einstellen der selbstständigen Futteraufnahme kommen kann. Sollte dies der Fall sein, ist es empfehlenswert, dem Kaninchen mehrmals täglich kleinere Mengen zu verabreichen. Es gibt diverse, unterschiedliche Päppelfuttersorten, welche alle ihr für und wider haben. So zum Beispiel Herbi care plus, Dental Aid oder auch Critical Care. Zusätzlich kann auch mit püriertem Gemüse oder Babybrei (hier unbedingt ohne Zucker und Zusatzstoffe) gepäppelt werden.

Wichtig und unbedingt zu beachten beim eigentlichen Päppelvorgang ist, dass die Tiere nicht mit dem Kopf nach oben gefüttert werden dürfen, da es hierbei zum Verschlucken kommen kann, was für das Kaninchen lebensbedrohlich enden kann. Bewährte Methoden um dem Kaninchen das Zwangsfutter zu verabreichen sind:

  • Das Tier auf den Schoß setzen und seitlich mit der Spritze füttern

  • Das Tier vor sich setzen und von vorne füttern

Notfalls muss es in ein Handtuch gewickelt werden, wenn es sich zu sehr wehrt. Zum Päppeln sind normale Spritzen ungeeignet, da der Konus, also die Öffnung vorn, zu eng ist und der dickflüssige Futterbrei dort nicht durchgelangen kann. Das Füttern mit einer 1ml-Spritze, bei der der Konus abgeschnitten wird, ist die leichteste Methode. Größere Spritzen haben meist einen zu kurzen Konus, sodass die Zwangsfütterung schwierig wird. Zwar muss man eine 1ml Spritze häufiger befüllen, aber sie bietet den Vorteil, dass 1ml auch einer Maulfüllung entspricht. Dadurch kann man den Brei „im Schuss“ geben und während das Kaninchen kaut und schluckt, befüllt man die Spritze neu.

Menge (solange nicht anders vom Tierarzt empfohlen):
Bei keiner eigenständigen Futteraufnahme gilt 20ml pro kg Körpergewicht pro Fütterung, 5-7x am Tag, sodass man auf 100ml/kg über den Tag verteilt kommt. Der Brei sollte nicht zu flüssig sein, sondern eine Griesbreikonsistenz haben. Wen die Menge schockiert: Der Kaninchenmagen hat ein Volumen von 120-160ml und damit die Verdauung in Schwung bleibt, muss immer etwas nachgeschoben werden. Daher sind 20ml/kg durchaus gerechtfertigt. Als absolute Überlebensdosis gilt 10ml/kg.

Erfahrungsbericht: Päppeln mit Brei


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